Kobudo bedeutet „Alte Kampfkunst“ und entstand im 15. Jahrhundert auf
Okinawa (Japan). Es ist eine Art des Kampfes mit den verschiedensten
Bauern-, Fischer- und Handwerkerwerkzeugen der einfachen Bevölkerung.
Die Ursprünge des Kobudo liegen auf den Ryu-Inseln, von denen Okinawa
die größte ist. Zur Zeit der japanischen Besatzung war es den
Inselbewohnern verboten, Waffen zu tragen. Dies war der Beginn des
Kobudo, da Gegenstände und Werkzeuge des täglichen Gebrauches nicht den
Charakter von Waffen hatten und somit das Tragen erlaubt war. Die so
entstandene Kampfkunst wurde unter strengster Geheimhaltung trainiert
und weiterentwickelt. Oft wurde sie nur innerhalb der Familie
weitergegeben. Der Schleier der Geheimhaltung wurde erst Mitte des 20.
Jahrhunderts gelüftet. Karate und Kobudo gehören zusammen wie ‘zwei
Räder auf einer Achse’, sagen die Bewohner Okinawas, denn beide Künste
leben voneinander und ergänzen sich.
Der Bayerische Karate Bund begann im Januar 2006 mit der Ausbildung von
lizenzierten Kobudo-Trainern beim Shihan Measara im Haupt-Dojo in
Kelheim. Jamal Measara studierte Kobudo und Karate bei den
okinawanischen Meistern. Das Kobudo vermittelt er daher in seiner
ursprünglichen Form. Die Waffen sind vor allem der Langstock (Rokushaku
Bo oder kurz ‘Bo’ genannt), die Sai-Gabeln (die Waffen der Polizei und
Mönche), die Tonfa (Mühlsteinkurbeln) und die Kama (Sicheln).
Für unsere Abteilung ließ sich Joachim Merkl (1. Dan, Fachübungsleiter
Karate, C-Prüfer für Shotokan Ryu und stiloffenes Karate) als
Kobudo-Trainer ausbilden. Wie sich herausstellte, der einzige aus dem
Bezirk Mittelfranken.
Bunkai ist die Analyse der Kampftechniken in den Kata und eng verbunden
mit den Oyo, den Anwendungen, die in den Kata überliefert werden. Geübt
werden die Anwendungen, damit sie für die Selbstverteidigung in
‘Fleisch und Blut’ übergehen, in den Zwei-Personen-Formen, den Futari
Geiko. Diese sind die Ursprungsform des Karate-Trainings. Jede
Bunkai-Einheit besteht aus dem Studium der Kata und deren Anwendungen.
Diese Einheiten sind auch für Karateka, die sich für stiloffenes Karate
interessieren und darin ihre Prüfungen ablegen wollen, sehr geeignet.
Wir bieten nun unseren Mitgliedern und denen, die es werden wollen,
seit dem 28. März 2006, immer in der Zeit von 19.00 Uhr bis 20.30 Uhr
in der Turnhalle der Maischule unter der Leitung von Joachim Merkl ein
im Wechsel immer dienstags stattfindendes Kobudo- und Bunkai-Training
an. Die ideale Halle konnte uns dankenswerterweise durch die Leitung
der Geschäftsstelle äußerst schnell zur Verfügung gestellt werden.
Besonders freuen wir uns, daß sich der Termin nicht mit den anderen
Trainingseinheiten überschneidet. So ist es tatsächlich ein
zusätzliches Angebot geworden. Zu diesem meldeten sich auch sofort 21
Abteilungsmitglieder (auf dem Bild sind leider nicht alle drauf) und
die Halle ist fast schon ausgereizt. In diesem Training kommen nun die
unterschiedlichen Graduierungen und vor allem die unerschiedlichen
Altersgruppen wieder zusammen.Trainiert wurde zunächst mit dem
Langstock, der die Kobudoka bis zum zweiten blauen Gürtel begleiten
wird. Dann erst folgen Sai, Tonfa und Kama, die immer paarweise
trainiert werden. Bis dahin werden wir sicher noch aus der
Kobudo-Bunkai-Gruppe berichten.

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