Wer realistische und selbstverteidigungstaugliche Karate-Anwendungen
trainieren will, der muss auf den Spuren der alten okinawanischen
Meister wandeln. Leider ist das japanische Sportkarate dafür relativ
ungeeignet. Wenn man also einen renommierten Meister der alten Künste
in Reichweite hat, sollte man die Chance nutzen und dessen
internationalen Seminare besuchen.
Patrick McCarthy ist so ein Meister, genauer gesagt ein Hanshi, also
Lehrer der Lehrer. Meister McCarthy trainiert seit 40 Jahren Karate und
andere Kampfkünste, war mehrfacher Weltmeister in verschiedenen
Karate-Disziplinen, hatte als ‚Nicht-Japaner’ ein Dojo auf Okinawa, ist
mit allen Weltgrößen der Kampfkünste befreundet und Autor zahlreicher
Bücher. Sein Spezialgebiet ist das Erforschen der alten
Karate-Anwendungen, die noch aus den Zeiten stammen, in denen Karate
noch eine zivile Selbstverteidigungskunst war. Der in Australien
lebende Canadier spricht fließend fünf Sprachen, darunter chinesisch
und japanisch. Dies ermöglichte ihm auch, Kontakt mit alten Meistern
aufzunehmen, unter denen er trainieren konnte.

Einmal im Jahr verlässt er den fünften Kontinent und geht auf
Weltreise. Dabei macht er auch Station in Berlin, Neuss und München.
Klar, dass die Fürther Karateka die Gelegenheit nutzten und McCarthy in
Neuss und München besuchten.
Seine Seminar dauern jeweils zwei Tage mit je sechs Stunden Training.
Natürlich nicht im Stück – eine Pause von einer Stunde war schon
dazwischen.
Den Termin in Neuss nutzten unsere Karateka Peter, Charly und Joachim,
letzterer ist schon seit Jahren regelmäßig bei McCarthy. Die drei
studierten zahlreiche Anwendungen aus verschiedensten Kata. Da zu solch
einem Seminar Kampfsportler aus ganz Europa und aus den
unterschiedlichsten Stilrichtungen kommen, ist es immer wieder
interessant, deren Auffassung von Karate zu erleben. Außerdem sind
schon viele Freundschaften entstanden und man freut sich immer wieder,
die alten Bekannten zu sehen.

Nach München machten sich Sabrina, Michaela, Lutz, Stefan, Uli, Charly,
Peter und Joachim auf. Dort lernten sie sich gegen 32 verschiedene
Angriffsarten erfolgreich zu verteidigen. Dabei kümmert sich Patrick
McCarthy um jeden einzelnen Teilnehmer und steht in seiner
sympathischen Art immer hilfreich zur Seite. Seine Schüler, die in
begleiten, können als Träger des vierten oder fünften Dan zuvor jede
Anwendung im Detail vorführen, so dass man auch einen Eindruck von der
Effektivität der Techniken ein Bild bekommt.
McCarthy war für alle Teilnehmer ein Erlebnis und es steht jetzt schon fest: beim nächsten Mal sind sie wieder dabei!

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