Am 10. November veranstaltete der Bezirk Mittelfranken ein
Karate-Seminar für Kindertrainer und Interessierte ab 6. Kyu und ein
spezielles Kindertraining nur für Kinder mit Marié Niino, 4. Dan.

Marié ist nicht nur fünffache Europameisterin und mehrfache Deutsche
Meisterin. Bei ihrer einzigen Teilnahme an einer Shotokan
Weltmeisterschaft konnte sie auch den Titel einer Weltmeisterin mit
nach Deutschland nehmen.

Somit trafen über 50 Kinder und ebensoviele Jugendliche und
Erwachensene mit großen Erwartungen in der modernen John F. Kennedy
Turnhalle am Samstagmorgen ein. Um es gleich vorweg zu nehmen: die
hohen Erwartungen an die Asiatin wurden aufs Vollste erfüllt und
übertroffen.

Man merkte ihr an, dass sie nicht nur Kampfkunst in Perfektion
beherrscht, sondern über sehr viel Erfahrung zum Thema „Kindertraining“
verfügte.

Der einstündigen Vormittagseinheit folgte noch eine Spielstunde bei der
sich mancher Erwachsene fragte, wo die Kids die Energie hernahmen. Nach
der Nachmittagseinheit stellten sich noch einige der Gütelprüfung, die
sie erfolgreich bestanden.

Besonderes Augenmerk legte Marié auf „Tricks und Kniffe“ um zu
erreichen, dass die Kinder Übungen in der notwendigen (hohen)
Wiederholungszahl üben. Damit ihnen dies nicht langweilig wurde,
verpackte sie die Übungen so geschickt, dass die Kids garnicht merkten,
besipielsweise ständig in der Aufwärmgymnstaik den Mae Geri zu üben.
Zum Thema „Spielen“ vs. „Karate“ kann man zusammenfassend sagen, dass
sie die Wertigkeit vermeidet, indem beispielsweise nach einer gut
belaufenen Kata nicht „zur Belohnung“ ein Spiel gemacht wird.

Neben dem „technischen Karate“ wurde den Kindern auch „Traditionelles“
vermittelt. Bei der Erklärung zu dem Hintergrund der
Begrüssungszeremonie (warum wann welche Hand sich bewegt und was es mit
dem Schwert auf sich hat) klebten die Kinder hochkonzentiert an ihren
Lippen.

Aber auch die (angehenden) Kindertrainer lernten sehr viel Neues. Die
Einheit am Vormittag war eher theoretisch orientiert mit Themen wie
„Grundsätze motorischen Lernens“ oder „spielerischer Vermittlung der
traditionellen Grundschultechniken. Spielerisch wird auch
Konzentrationsvermögen und Raumgefühl geschult. Nachmittags überwog die
praktische Anwendung mit den Schwerpunkten „Methodische Reihe zur
Vermittlung von Fusstechniken“. Besonders überrascht waren viele
Teilnehmer, dass einem die altbekannten Haian-Katas vollkommend neu
erscheinen, nur weil sich eine der Hände im Gürtel eingehakt auf dem
Rücken befindet.
Ein überaus lehrreicher Tag für alle großen und kleinen Teilnehmer, bei
dem man sich wunderte, wie schnell die acht Stunden in der Halle
vergingen.

Abschließend sei noch den vielen Helfern der Karate-Abteilung des TV
Fürth 1860 um Tanja Stöhr und Joachim Merkl gedankt, die für
vorzügliche Verpflegung, Betreuung und einen reibungslosen
organisatorischen Ablauf sorgten.

Autor: U.D.

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