Der vom Weltkampfrichterreferenten Morris ins Leben gerufene 10. KOI (Kobe-Osaka-International)-World -Cup fand in Kota Kinabalu, Malaysia, und somit erstmals außerhalb Europas statt. Kota Kinabalu (= Stadt der chinesischen Witwe) liegt auf der Insel Borneo im südchinesischen Meer am Fuße des mit 4101m höchsten Bergs, Mount Kinabalu, zwischen Himalaya und Neuguinea. Für den BKB sollten auch die beiden Fürtherinnen Sonja Liebscher und Tanja Stöhr in der Disziplin Kumite an den Start gehen. Leider musste sich Sonja eine Woche vor Abflug einer  Blinddarmoperation unterziehen und konnte somit nur zur moralischen Unterstützung mit nach Borneo fliegen.

Vor dem Wettkampf

Nach rund 13 Stunden Flug wurden wir in einem exklusiven Hotel untergebracht. Die Klimaanlage erwies sich aufgrund der hohen Aussentemperaturen und der hohen Luftfeuchtigkeit als äußerst nützlich. In einem klimatisierten Konferenzraum waren Matten ausgelegt, somit war noch eine kurze Wettkampfvorbereitung möglich. Der Ausrichter des Koi-Cups lud am Vorabend der Wettkämpfe alle Teilnehmer zu einem gemeinsamen Diner ein. Neben lokalen Essen wurden auch traditionelle Tanzdarbietungen geboten.

So wurden vor dem Wettkampf kleine risikolose und weniger anstrengende Besichtigungstouren durchgeführt ( wobei der Begriff“ weniger anstrengend“ bei den vorherrschenden Temperaturen neue Dimensionen erhielt). Der KOI-Cup war überstanden.

Der Wettkampf

Die Zahl der Wettkampf-Teilnehmer lag mit insgesamt 600 Starts auch unter den in Europa üblichen 800 Starts (letzter KOI-CUP in Erding (Ger)).

Die Wettkampfhalle (3 Kampfflächen) war zwar vollklimatisiert, die Warmup-Area war jedoch den ca. 38 Grad Aussentemperatur und hoher Luftfeuchtigkeit ausgesetzt. So genügte es sich 5 Minuten regungslos in diese Aufwärmhalle zu stellen und man war warm genug um in das Wettkampfgeschehen eingreifen zu können.

Am Samstag fanden die Mannschaftskämpfe statt. Tanja startete zusammen mit Maria Musall (Lauf) und Sonja Willams (Kempten) in der Mannschaft „Bayern1“. In der ersten Runde stand ihnen die Damennationalmannschaft aus Vietnam gegenüber. Sowohl diese Begegnung, als auch die nächste gegen einen Polizeiverein aus Malaysia konnte das Bayerische Team für sich entscheiden. Im Finale trafen sie auf die übermotivierte Nationalmannschaft aus Malaysia. Hier mussten sie sich den Kumite-Damen und den tobenden Zuschauern geschlagen geben.

Am Sonntag standen die Gewichtsklassen an. Tanja kämpfte sich einige Runden durch und traf dann auf eine übermotivierte Malaysierin. Nach einer eindeutigen Führung durch Tanja wollte die gegnerische Kämpferin Tanja offensichtlich an der weiteren Teilnahme am Wettkampf hindern und versuchte nur noch überharte Treffer am Kopf zu landen. Der dritte Versuch gelang. Aufgrund eines Treffers auf der Nase wurde die gegnerische Kämpferin disqualifiziert und Tanjas Nase eine viertel Stunde lang von einem Arzt und vier Helferinnen behandelt. Dem Aufruf
zum nächsten Kampf folgte sie dann und gewann auf diesen Kampf, nachher traf Tanja auf eine Kämpferin aus Wales. Aufgrund massivster Konditionsprobleme versuchte diese mit Würfen und Karate-fremden „Umschupsern“ Punkte zu erzielen. Die Kampfrichter duldeten den ausgefallenen Kampfstil und Tanja hatte so ihre Probleme. Nach der

regulären Kampfzeit stand es Unendschieden und die Entscheidung mußte in der Verlängerung gefunden werden. Die Kämpferin aus Wales stürmte erneut vor und Tanja traf zum wiederholten Male aus der Kampffläche.  Der Kampf um den Einzug ins Poolfinale ging somit nach Wales. Leider verlor sie hier und Tanja war der Einzug in die Trostrunde und somit der Kampf um Platz 3 verwehrt.

Nach dem Wettkampf

Der gebuchte Rückflug nach KK (Kota Kinabalu) wurde einfach kurzfristigst gestrichen, so durften die Bayern ihren letzten Abend bei einem „romantischen“ Abendessen aus kalten Klebreis und zwei abgemagerten Hühnerbeinen in der Flughafen-Gaststätte unter einigen Stromausfällen verbringen, eine Stadtbesichtigung nach Sonnenuntergang war aufgrund der hohen Straßenkriminalität nicht anzuraten. Der nächste Flug ging dann 3 Stunden später, so erreichten sie am späten Abend doch noch die Hotelbetten, der letzte Abend in Malaysia war gelaufen.

Nach rd. 10 Tagen in der Hitze starteten sie den Rückflug von Kota Kinabalu über Kuala Lumpur nach Frankfurt. Mit leichten Übergepäck fuhren die Fürtherinnen dann mit der Bahn direkt zur Deutschen Meisterschaft nach Völklingen. Schwer geschafft schliefen sie am Vorabend zur DM dann um halb sechs im Hotel ein. Am nächsten Tag stand Tanjas Start in der Gewichstsklasse +60kg an.

css.php