Über ein nicht ernstzunehmendes Turnier kann man keinen ernstzunehmenden Bericht schreiben:

Aus jahrelanger Erfahrung wussten wir genau, dass wir uns über die
Organisation und Kampfrichterleistung beim Odenwald-Cup wieder tierisch
aufregen würden. Dennoch meldeten wir auch dieses Jahr wieder ein
schlagkräftiges Team.

Da sich der Bezirk Mittelfranken den ODW-Cup ebenfalls als
Wettkampftermin ausersehen hatte, mussten wir unsere Jungen (Sascha
Huber und Sonja Liebscher) dem Bezirk überlassen, den alten Armin
Zeltner hat der Bezirk löblicherweise auch noch mitgenommen. Die
Übriggebliebenen Thomas Huber, Nils Bierkamp, Andreas De Sario, Tanja
Stöhr und unsere beiden K30 Johann Götz und Markus Lahde mussten dann
für Fürth starten. Auch Sonjas Youngsters Sven Sedlacek, Axel
Braunschweiger und Marcel Dietrich waren gemeldet. Doch Sven zerlegte
sich am Donnerstag im Training gerade noch rechtzeitig sein Bein und
durfte mit Gips und Krücken daheim bleiben. (An dieser Stelle „Gute
Besserung!!“)

Bei den Minis waren in der Disziplin Kata fast 50 Starter in 4 Pools
gemeldet. Axel konnte seine erste Runde klar mit 3:0 für sich
entscheiden. In der zweiten Runde unterlag er gegen einen
gleichwertigen Gegner mit 3:0, die erste zweifelhafte
Kampfrichterentscheidung hatten wir schon verbucht! Marcel musste
bereits in der ersten Runde mit einem knappen 2:1 die Segel streichen.
Und so warteten unsere Nachwuchskämpfer auf ihre Starts im Freikampf.
Hier war auch Axel wieder zuerst an der Reihe. Mit eingeflogenen
Fauststößen zum Kopf konnte er sich bis ins Poolfinale durchkämpfen.
Dort verlor er relativ klar mit 1:6. Da lediglich die Poolsieger die
ersten Plätze auskämpfen durften und keine Trostrunde vorgesehen war,
war hier leider für Axel Schluss. Marcel hatte erneut Pech und fand
sich bereits in der ersten Runde einem äußerst flinken Gegner
gegenüber. Der Kampfrichter bemerkte leider nicht, dass die von ihm als
wertbare Techniken gesehenen Fauststöße des Gegners Marcel fasst die
Luft aus der Lunge schlug und gerade in dieser Alterklasse als zu
harter Kontakt geahndet werden hätten müssen. Daraufhin angesprochen
sagte der Kampfrichter lediglich, er hätte es nicht gesehen und es täte
ihm leid…Offensichtlich war sich dieser Herr seiner Verantwortung der
Gesundheit der Jugendlichen gegenüber in keinster Weise bewusst…So
war leider bereits nach der ersten Runde für Marcel der Wettkampf zu
Ende.

Bei den Erwachsenen waren Sonja, Sascha , Armin für den Bezirk im
Einzel und in der Mannschaft gemeldet. Da neben den Fürthern Johann,
Markus, Thomas, Andreas, Nils und Tanja auch noch Maria Musall, Andreas
Weiß (beide aus Hersbruck) und der Süder (= SV 1873 Nürnberg-Süd) Marc
Jenner am Start waren, konnten alle Teamwettbewerbe in den
verschiedensten Besetzungen in Angriff genommen.

Doch vorerst standen die Einzel am Programm. Unsere beiden einzigen
Kata-Starter Markus und Johann waren sowohl bei den Erwachsenen (ab 18
Jahren) als auch bei den Senioren (ab 35 Jahren) am Start. Bei der Kata
der Erwachsenen (7.+6.Kyu)fanden sich beide sogar auf dem Siegerpodest
wieder: Johann wurde Dritter und Markus gar Zweiter. Bei den Senioren
(6.-4.Kyu) konnte sich Markus nochmals den Vize-Titel sichern. Gerade
da Markus erst kürzlich seine 6.Kyu abgelegt hat, ist dieses Ergebnis
besonders hervorzuheben. Im Kumite waren wir „ausnahmsweise“ stärker
vertreten. Johann wagte sich das erste mal auf die Kumite-Kampffläche
und konnte sich in der Kategorie Freikampf der Senioren 6.-4.Kyu den
4.Platz sichern.

Bei den Erwachsenen, Männer ab 3.Kyu, waren rd. 50 Starter in 4
Kumite-Pools gemeldet. Das Losglück hatte es „gut“ mit uns gemeint und
so durfte Thomas (Fürth) bereits in seinem zweiten Kampf gegen Armin
(Mittelfranken) antreten. Natürlich siegte der Fürther in der
Verlängerung und kämpfte sich bis ins Poolfinale durch, doch dort
verlor Thomas leider. Und da es auch hier keine Trostrunde gab, war für
ihn die Einzeldisziplin gegessen. Andreas verlor bereits in der ersten
Runde. Andis Gegner wurde dann auch noch Sascha in der zweiten Runde
zum Verhängnis. Nils hatte ebenfalls frühzeitig einen blonden Riesen
gegen sich. Da dieser später den ersten Platz erringen konnte, wurde
diese Niederlage dann doch noch erträglich. Sonja war gesundheitlich
nicht ganz auf der Höhe und verzichtete daher auf ihren Einzelstart.
Die Hersbruckerin Maria konnte die Mädelsdisziplin Kumite der Oberstufe
gewinnen.

Als Höhepunkt einer jeder Meisterschaft sind die Mannschaftswettbewerbe
zu sehen. Da sich Maria bereit erklärt hatte, in der Fürther Mannschaft
zu starten, konnten wir zusammen mit Sonja und Tanja ein Dreierteam bei
den Kumiteteam-Damen melden. Durch einen deutlichen und vorzeitigen
2:0-Sieg über Worms konnte sich das Team ins Finale kämpfen. Dort
traten sie gegen Bad Mergentheim an. Sonja konnte ihren Kampf klar für
sich entscheiden, Tanja hatte neben einer Gegnerin auch noch diverse
Meinungsdifferenzen mit dem Kampfrichtergespann auszukämpfen und musste
daher eine (hoffentlich nicht gerechtfertigte) Niederlage hinnehmen.
Maria machte mit ihrem Sieg im dritten Kampf dann alles klar und wir
hatten den ersten Topf (=Pokal) fürs Dojo erkämpft. Bei den Männerteams
traten dann Sascha mit Andreas Weiß und Marc Jenner für Mittelfranken,
Thomas, Nils und Andreas De Sario für Fürth an. Entgegen der Startliste
mussten unsere Männer statt gegen Crailsheim gegen Waltershausen
antreten. (Ein Loblied auf die Organisation!) Mit Thomas 2:1 und Nils
5:3 war dieser Gegner jedoch frühzeitig erledigt. Die nächste Begegnung
gegen Aschaffenburg mussten unsere Jungs jedoch verloren geben. Zum
Abschluss standen die Mixed Teams auf dem Programm. Die Fürther
Mannschaft (Nils, Tanja, Andreas) mussten gegen das Team aus
Ludwigshafen antreten (Erneutes Loblied, da auch hier die Liste
geändert wurde). Nils hatte erneut das Vergnügen 1,5 Minuten seines
Lebens mit dem blonden Riesen auf der Kampffläche zu teilen. Doch Nils
kämpfte überraschend abgeklärt und verlor denkbar knapp mit 4:3. Tanja
bekam auf ihre erste Technik mal wieder eine Verwarnung wegen Kontakt,
konnte dann jedoch noch deutlich mit 4:0 gewinnen. Unser Bulle Andreas
hatte einen flinken Zwerg gegen sich. Andreas musste leider diesen
entscheidenden Kampf abgeben und Fürth war draußen. Das
Mittelfränkische Team (Marc, Sonja und Sascha) fand sich in der ersten
Runde einem falsch gemixten Team gegenüber (2 Mädels und ein Bub). Da
die Kampfrichter dies scheinbar nicht feststellen konnten, wurden sie
erst von Sonja darauf hingewiesen. Dann wollten ihre Gegner aus
Amorbach nur mit einer Frau und einem Mann antreten. Da laut
Wettkampfordnung jedoch in der ersten Runde eine komplette Mannschaft
antreten muss, war dies nicht möglich. Leider musste der Mattenchef
(Hauptkampfrichter) wieder erst mal von Sonja auf diesen Sachverhalt
hingewiesen werden. Der Kampfrichter jedoch berief sich bei diesem
„neuen“ Problem auf die nicht mehr existierende Bundesligaordnung, nach
der >das Antreten mit nicht vollständigen Teams möglich wäre (Man
stelle sich vor, die halbe Welt kämpft nach der Wettkampfordnung und
der ODW nach einer erloschenen Bundesligaordnung). Die Begegnung wurde
mußte also ausgekämpft werden. Marc entschied den ersten und einzigen
Kampf dieser Begegnung dann für Mittelfranken. Nach einer weiteren
Begegnung fanden sich die Mittelfranken im Finale gegen Ludwigshafen
wieder. Auch hier musste sich Marc dem blonden Riesen fügen. Das
Ludwigshafener Mädel testete die Stabilität von Sonjas Nase und
kassierte zur Belohnung noch einige saftige und wertbare Zukis-Chudan.
Die Entscheidung musste dann im dritten Kampf gefunden werden. Hier
trat Sascha gegen den kleinen und jungen Ludwigshafener an. Die beiden
Kämpfer tasteten sich lange ab und Sascha kämpfte auch durchdacht, doch
letztlich kamen die Gyaku-Zukis des Ludwigshafeners zu überraschend.
Und Ludwigshafen konnte den Sieg verbuchen. Mittelfranken wurde Zweiter
und hatte nochmals einen Mannschaftstopf geholt.

Sicherlich sind wir durch die bayerischen Veranstaltungen von einer
guten Einhaltung der Zeitpläne verwöhnt, doch die Einsätze beim ODW-Cup
kamen wieder einmal derart überraschend und unabsehbar, dass eine
ordentliche Vorbereitung (Aufwärmen, ..) nicht möglich war. Der
Wettkampfmodus ist noch immer einzigartig (verkürzte Kampfzeit,
verkürzte Maximalpunktzahl, erloschene Bundesligaordnung,…), ebenso
einzigartig sind die Kampfrichterentscheidungen. Beruhigend ist dann
nur, dass es letztlich um nichts geht und wir nur teilnehmen um mal
geschlossen, ohne Erfolgsdruck, einen Wettkampf besuchen zu können.
Außerdem war allein die Vorbereitung der beiden feindlichen Lager
(Mittelfranken und Fürth) auf den Wettkampf in einem Dojo, im gleichen
Training und beim gleichen Trainer schon einzigartig.

Wieder einmal haben wir uns geschworen dort nicht mehr hinzufahren. Mal gucken, wie lange es hält.

Ernsthaft zu überlegen ist, ob wir unsere Youngsters nochmals mitnehmen
und deren Gesundheit der Blindheit der Kampfrichter aussetzen wollen.

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